Domenico D´Oora

Ohne Titel, 2014
Ohne Titel, 2014

 

”Der Künstler verarbeitet hier auf persönliche Art die wichtige Lektion der monochromen Malerei: sie beginnt mit einigen Werken Turnes und Monets und kommt mit Maleviĉ zum vollen, theoretischen und praktischen Bewußtsein, die Lektion führt weiter “über” die drei Grundfarben Mondrians, um bei einigen Persönlichkeiten der New York School (Reinhardt, Rothko, Newmann), bei Martin und Ryman...Die Werke D'Ooras zeigen sich hier in ihrer komplexen und vollen Reife und auch wenn sie mit einer bestimmten Richtung der zeitgenössischen Kunstgeschichte verknüpft sind, heben sie diese Verbundenheit entschieden auf. (8) Der Künstler entwickelt seine eigene und subjektive Poetik und ist gegen die Einmaligkeit der Grundfarben (faszinierend sind die Variationen der blauen und der roten Farben in den verschiedenen monochromen Bildern, um nur einige Beispiele zu nennen), sowie gegen das Sakrale der bidimensionalen und absoluten Oberfläche, die aus einem einfachen Farbauftrag gestaltet ist, und auch noch gegen den intellektuellen, aber weniger gegen den konzeptualistischen, analytischen Charakter und weiter noch gegen eine methaphysische Verwandlung der Elemente, die der Malerei eigen sind.” Giorgio Bonomi

D’Ooras Werke, wenn auch monochrom und minimalistisch, gehören der grossen Maltradition an, welcher diese Bilder eine neue Ausdruckskraft verleihen. Es handelt sich hier um Werke mit einer einmaligen chromatischen Verdichtung, die zur realen Anwesenheit werden und frei von Gefälligkeit oder Verschönerungen sind. Die Bilder sind eine Gelegenheit, Gedanken zu formulieren, die zwischen Feststellung, Fragestellung und Reflexion pendeln, wobei ratio und Sensibilität einbezogen werden. Gleichzeitig entstehen aber auch Gefühle wie kühle Distanz und kommunikative Intensität. Das neue Werk von Domenico D’Oora, das sich immer im Kreis des absolut Monochromen bewegt, führt von einem einst verfremdenden und kühlen Bild nun zu einem physischen Objekt, wobei die Farbe ihr Sein als Materie nicht versteckt, sondern sogar den Träger in Farbe verwandelt und Alles in ein reales Objekt verwandelt, so wie es der Beschauer selbst auch ist.: Es handelt sich um einen konkreten Gegenstand, der die Unebenheiten einer werdenden Realität in sich trägt.

Diese neuen Werke D’Ooras lenken die Aufmerksamkeit des Beschauers, zusammen mit der Körperlichkeit des sich neu entwickelnden Gedankens auf die Farbe als Erfahrung, als suggestive Schilderung, als mögliche Erinnerung und auf eine Farbe, die die Kraft hat, Nostalgie zu bewahren, Liebe neu zu entfachen, Poesie heraufzubeschwören, Intuitionen zu ermöglichen und Wissen zu entwickeln; es geht um das Schöne, um ein besonderes Schönes, das sich wünscht, in seiner alltäglichen Unvollkommenheit anerkannt zu werden.